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Zahnmedizin - Fragen und Antworten

Ist eine Zahnversorgung notwendig und steht eine Zahnbehandlung beim Zahnarzt an, stellen sich vor der Zahnbehandlung und nach dem Erhalt des Zahnersatzes, der Implantate oder Prothesen nicht nur für Angstpatienten immer wieder Fragen. Hier finden Sie eine Übersicht zu Fragen der Zahnmedizin mit Antworten:

  1. Bildet sich Zahnfleisch von alleine neu?
  2. Ein Zahn ist abgebrochen was nun?
  3. Freiliegende Zahnhälse, was tun?
  4. Hält ein Teleskop auf einem Zahn?
  5. Ist ein Inlay trotz abgebrochenem Zahn möglich?
  6. Ist eine Krone beim schiefen Zahn möglich?
  7. Ist eine Teilprothese für andere zu erkennen?
  8. Ist es normal, dass im Milchgebiss die Zahnhälse freiliegen können?
  9. Ist es Pflicht für Zahnärzte Handschuhe zu tragen?
  10. Kann eine Zahnbrücke direkt nach dem Zähne ziehen eingesetzt werden?
  11. Kann ich das Dentallabor selbst wählen?
  12. Kann man einen Zahn überkronen, wenn die Wurzel angegriffen ist?
  13. Müssen Ärzte über die Regelversorgung aufklären?
  14. Provisorische Krone kaputt, kann sie wieder repariert werden?
  15. Reizung des Zahnnervs, was kann man tun?
  16. Abhilfe bei Schmerzen zwischen den Zähnen beim reinigen?
  17. Sind die Zähne mit Trigeminusnerv verbunden?
  18. Sind Veneers bei Zahnerosion möglich?
  19. Sollte man einen Karies befallenen Zahn überkronen?
  20. Wann ist eine Vollprothese ratsam?
  21. Wann kann sich eine Zahnbrücke lockern?
  22. Wann müssen Zahnfüllungen erneuert werden?
  23. Lässt sich ein Weisheitszahn mit einer Zahnspange regulieren?
  24. Müssen bei Teleskopprothesen alle Zähne abgeschliffen werden?
  25. Wann kann sich eine Zahnbrücke lockern?
  26. Was bewirkt eine lose Zahnspange?
  27. Was geschieht bei der Voruntersuchung der Kieferorthopädie?
  28. Was kann ein Kieferchirurg im Gegensatz zum Zahnarzt?
  29. Welche Wechselwirkung gibt es bei Bandscheibe und Zahnspange?
  30. Wie lange dauert es bis die Kieferhöhle ausgeheilt ist, nach Entfernen des Zahnes?
  31. Wie lange hält eine Zahnbrücke?
  32. Wieviele Kieferorthopäden gibt es in Deutschland?
  33. Wo verläuft der Zungennerv?
  34. Wann sollten Zähne überkront werden?



1. Bildet sich Zahnfleisch von alleine neu?

Ein wichtiger Bestandteil des Zahnhalteapparates ist das Zahnfleisch. Es weist nur sehr wenige Hornschichten auf und besteht aus Platten von verschieden Schichten. Das Zahnfleisch ist nicht verschiebbar, da diesem eine Unterhaut fehlt. Einmal verloren gegangenes Zahnfleisch bildet sich nicht neu.

Die größte Gefahr des Zahnfleischverlustes/Rückbildung besteht in der Festsetzung von Speiseresten und sonstigen Belägen. Hierdurch kann es zu Zahnfleischentzündungen kommen, die sich dann zu Parodontitis entwickeln können.



2. Ein Zahn ist abgebrochen was nun?

Durch einen Unfall oder einen Biss auf einen harten Gegenstand kann ein Stück vom Zahn abbrechen. Falls das abgebrochene Zahnstück nicht zu groß ist, kann der Zahn mit Kunstoff vom Zahnarzt wieder aufgebaut werden. Hierfür verwendet der Zahnarzt die Kompositfüllung, eine Krone, oder das Veneer. Bei zu großem Defekt am Zahn wird der Zahnarzt eine Wurzelbehandlung machen und den Zahn mit einer Krone versehen.



3. Freiliegende Zahnhälse, was tun?

Freiliegende Zahnhälse haben nur einen geringen Einfluss darauf, dass Zähne verloren gehen. In den meisten Fällen handelt es bei freiliegenden Zahnhälsen auch nicht um eine entzündliche Parodontitis. Allerdings reagieren freiliegende Zahnhälse meist sehr empfindlich Wärme, Kälte, Saures und Süßes. Außerdem stören freiliegende Zahnhälse die Ästhetik.

Zur Vermeidung von starken Empfindlichkeiten bei freiliegenden Zahnhälsen kann der Zahnarzt einen fluoridhaltiger Lack aufgetragen. Zur Wiederherstellung der Zahnästhetik wird die chirurgische Deckung der freiliegenden Zahnhälse vom Zahnarzt empfohlen. Hier erfolgt in einem (kleinen) chirurgischen Eingriff die Deckung der Zahnhälse mit dem eigenem Zahnfleisch. Außerdem wird mit einem speziellen Gel der Knochenaufbau bewirkt.



4. Hält ein Teleskop auf einem Zahn?

Ein Teleskop ist Teil eines herausnehmbaren Zahnersatzes. Auf dem Teleskop wird die eigentliche Zahnkrone befestigt. Das Teleskop wird auch bei einer klammerfreien Prothese verwendet. Hierfür werden auf dem Zahnstumpf Metallhülsen, auch Innenkronen genannt, angebracht. Dieses Teleskop Stecksystem erfüllt die ästhetischen Ansprüche des Patienten und im Fall eines weiteren Zahnverlustes ausbaufähig. Weiterhin können Teleskope auch auf Implantatpfosten angebracht, sowie auf eine Kombination von Implantaten und Zahnkronen gesetzt werden.

Eine Kombination von herausnehmbaren und festen Prothesen ergibt immer noch beste, ästhetische und funktionelle Ergebnisse. Grundsätzlich hält ein Teleskop die Zahnkrone eines Zahns. Bei einer Brücke müssen allerdings(je nach Umfang) mehrere Zähnev mit Teleskopkronen vom Zahnarzt versorgt werden.



5. Ist ein Inlay trotz abgebrochenem Zahn möglich?

Wenn ein Stück vom Zahn abbricht ist es möglich, diesen mit einem Inlay wieder aufzubauen. Selbst bei größeren Schäden am Zahn ist die Verwendung eines Inlays angebrachter als die herkömmliche Zahnkrone. Einzelne, beschädigte oder teilweise abgebrochene Zähne können vom Zahnarzt mit Veneers, Teilkronen oder keramischen Inlays metallfrei restauriert werden. Nicht nur wegen ihrer Bioverträglichkeit, sondern auch aus ästhetischen und funktionellen Aspekten finden keramische Inlays zunehmend Verwendung.

Durch die gute Ausgewogenheit zwischen dem Keramikmaterial und dem Zahnschmelz, der elektromechanischen Reaktion und der Allergieverträglichkeit wird dem aufgebauten Zahn Festigkeit und die nötige Elastizität zur langen Haltbarkeit verliehen. Selbst bei größeren Schäden am Zahnstellen Inlays und Keramikkronen eine der besten Lösungen dar.

Keramikinlays sind durch das zahnfarbene Aussehen die beste, ästhetische Lösung. Durch die druckfeste Oberflächensruktur können Keramikinlays auch bei größeren Zahnschäden und im Seitenbereich des Zahnes eingesetzt werden. Da die Materialeigenschaften von Keramikinlays dem der eigenen Zähne ähneln, entsprechen diese sehr den natürlichen Zahneigenschaften.

Da die Kosten, bedingt durch den Zeitaufwand sehr hoch sind, werden für Keramikinlays keine Leistungen von den deutschen Krankenkassen gewährt.



6. Ist eine Krone beim schiefen Zahn möglich?

Als Krone oder Zahnkrone wird die künstliche Überkronung eines beschädigten Zahns bezeichnet. Eine Zahnkrone kommt zum Einsatz, wenn der Defekt am Zahn so groß ist, dass hier eine Teilkrone nicht mehr vom Zahnarzt angebracht werden kann. Zahnkronen werden auch verwendet, wenn schiefe Zähne kosmetisch verschönert werden sollen. Gleichzeitig setzt der Zahnarzt Kronen auf vorhandene, eigene Zähne, wenn diese geschützt werden sollen.

Unter dem Einsatz einer lokalen Betäubung präpariert und beschleift der Zahnarzt die vorhandene, zerstörte Zahnkrone. Von dem abgeschliffenem Zahnstumpf wird dann ein Abdruck genommen. Dieser Abdruck wird vom Zahntechniker als Modell zur Herstellung der Zahnkrone verwendet. Bis zur Fertigung der Zahnkrone erhält der Patient vom Zahnarzt eine provisorische Krone. Mit einem zementähnlichen Material wird dann die Zahnkrone endgültig vom Zahnarzt befestigt.

Zahnkrönen bestehen in verschieden Varianten. Es gibt Verblendkronen, Vollgusskronen, Galvanokronen, Stiftkronen und Vollkeramikkronen.



7. Ist eine Teilprothese für andere zu erkennen?

Die einfachste Art der Zahnprothese, die Modellgussprothese ist von außen zu erkennen, wenn die Metallklammern an den vorderen Zähnen befestigt sind. Die Modellgussprothese wird zur Befestigung mit Metallbügeln an den noch vorhandenen Zähnen befestigt. Bei dieser Art von Zahnversorgung ist eine Erweiterung bei weiterem Zahnverlust möglich.

Bei gut erhaltenen Restbeständen von eigenen Zähnen ist das Setzen einer Geschiebeverankerung möglich. An den restlichen Zähnen befestigt, gibt die Geschiebeverankerung durch den Einsatz von Zement einen sehr guten Halt du Tragekomfort. Die Geschiebeprothese ist von Außen nicht als Prothese erkennbar.



8. Ist es normal, dass im Milchgebiss die Zahnhälse freiliegen können?

Die ersten Zähne des Menschen sind die Milchzähne. Bis zum 6. Lebensjahr sind die Milchzähne des Kindes in ihrer Lebensdauer begrenzt. Die Bezahnung des Kindes beginnt bereits im Mutterleib ab der 6.Woche der Schwangerschaft. Der Durchbruch der Milchzähne aus dem Kiefer erfolgt ab dem 5. Lebensmonat und beginnt in der Regel mit den Schneidezähnen. Das Komplette Milchgebiss ist mit 20 Zähnen bestückt und die Bildung der Milchzähne mit dem 30. Lebensmonat abgeschlossen.

Auch Milchzähne sollten gereinigt und gepflegt werden, da diese die Basis für das spätere, beständige Gebiss des Erwachsenen bilden.



9. Ist es Pflicht für Zahnärzte Handschuhe zu tragen?

Zum Tragen von Gummihandschuhen während der Zahnbehandlung ist der Zahnarzt nicht gesetzlich verpflichtet. Allerdings gebieten die gängigen Hygieneleitfäden den Zahnärzten Handschuhe zu tragen, wenn diese mit Körperflüssigkeiten oder Blut des Patienten in Verbindung kommen. Auch bei bekanntem Infektionsrisiko sollte der Zahnarzt unbedingt bei der Zahnbehandlung Handschuhe tragen.

Grundsätzlich sollten der Zahnarzt und dessen Mitarbeiter vor dem Anlegen der Handschuhe die Hände gründlich desinfizieren.

Der Patient sollte die Behandlung bei einem Zahnarzt der vor der Zahnbehandlung keine Handschuhe anzieht grundsätzlich ablehnen.



10. Kann eine Zahnbrücke direkt nach dem Zähne ziehen eingesetzt werden?

Nachdem der Zahn gezogen ist, muss die Wunde verheilen und eventuelle Schwellungen abgeklungen sein. Erst danach kann der erforderliche Zahnersatz vom Zahnarzt angepasst werden. Als Zahnersatz kommen Prothesen, Implantate oder Brücken Infrage.

Durch die angrenzenden Zähne wird der künstliche Zahnersatz, die Brücke getragen. Die Brücke schließt den Platz der fehlenden Zähne im Kiefer. Mit der Brücke können ein oder auch mehrere Zähne überbrückt werden. Nachbarzähne werden vom Zahnarzt beschliffen und als Brückenpfeiler benutzt. In der Regel sollten je fehlenden Zahn für den richtigen Halt einer Brücke zwei tragende Zähne zur Verfügung stehen.

Zahnbrücken sind fest im Kiefer verankert und können zur Reinigung nicht herausgenommen werden.

Ähnlich einer Zahnkrone werden auch Zahnbrücken vom Zahntechniker hergestellt. Der Unterschied zwischen Zahnkrone und Zahnbrücke liegt in dem zu überbrückenden Mittelteil der Zahnbrücke. Die Brücke ist durch ein Brückenglied verbunden und besteht weiterhin aus 2 Zahnkronen. Auch die verwendeten Materialen sind zwischen Zahnkrone und Zahnbrücke gleich.



11. Kann ich das Dentallabor selbst wählen?

Grundsätzlich hat in Deutschland der Zahnpatient immer die frei Wahl, bei welchem Zahnlabor der Zahnarzt seinen Zahnersatz fertigen lässt. Damit der Patient Kosten einsparen kann, sollte dieser seinen Zahnarzt um den Kostenvoranschlag des Zahnlabors bitten. Der Patient kann nun über den Zahnarzt, oder auch in eigener Regie Gegenangebote verschieden Zahnlabore einholen. So lassen sich sicherlich Kosten bei der Zahnbehandlung einsparen.



12. Kann man einen Zahn überkronen, wenn die Wurzel angegriffen ist?

Wenn die Zahnwurzel durch einen Riss angegriffen ist, kann der Zahn nicht überkront werden und sollte entfernt - gezogen werden. Auch bei Zähnen, deren Zahnwurzel entzündet ist, sollte keine Überkronung vom Zahnarzt erfolgen. Durch die Entzündung muss der Körper einen Bakterienherd bekämpfen. Eine chronische Entzündung kann akut werden, Schmerzen und Eiter verursachen. In dieser Situation ist eine Behandlung sehr schmerzhaft und für den Zahnarzt schwierig. Wird ein kranker Zahn, dessen Wurzel angegriffen ist trotzdem vom Zahnarzt mit einer Zahnkrone versehen, kann es bei einer späteren, notwendigen Versorgung zu ästhetischen Problemen führen.



13. Müssen Ärzte über die Regelversorgung aufklären?

Grundsätzlich muss der Zahnarzt seinen Patienten vor der eigentlichen Zahnbehandlung genauestens über eine Regelversorgung und weitere Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Nachdem der Patient sich für die passende Versorgung entschieden hat, erstellt der Zahnarzt einen für den Patienten kostenlosen Behandlungsplan, den Heil- und Kostenplan. Diesen reicht der Patient zur Berechnung und Genehmigung des Krankenkassenzuschusses bei seiner Krankenkasse ein.

Nach der Prüfung zur medizinischen Notwendigkeit durch die Krankenkasse teilt diese dem Patienten seinen Festzuschuss mit und erteilt gleichzeitig grünes Licht für die Zahnbehandlung.



14. Provisorische Krone kaputt, kann sie wieder repariert werden?

Der Zahnarzt fertigt für den Übergang bis zur Fertigstellung des Zahnersatzes durch das Zahnlabor für den Patienten provisorische Kronen an. Provisorische Kronen werden aus einer Metallhülse gefertigt, oder dem Patienten aus Kunststoff individuell angepasst. Für welche Variante der provisorischen Krone der Patient sich entscheidet, hängt mit den Kosten und des Anspruchs an die Zahnärztliche Versorgung zusammen. Die Anfertigung einer provisorischen Krone aus Kunststoff erfordert höhere, finanzielle Eigenleistungen. Die Verwendung der provisorischen Metallkrone ist eine kostenlose Kassenleistung in Deutschland.



15. Reizung des Zahnnervs, was kann man tun?

Zahnschmerzen entstehen, wenn die Nerven in den Zähnen gereizt werden. Auch durch Druck, verspüren wir die unangenehmen Zahnschmerzen. Eine Reizung der Zähne und Zahnwurzeln kann durch Bakterien, unverträgliche Chemikalien, Druck und eine Entzündung geschehen. Die unterschiedlichen Verästelungen des Trigeminusnervs sind nicht nur für Zahnschmerzen, sondern auch für unangenehme Empfindungen im Bereich der Mundschleimhaut, den Kaumuskeln und der Nasenschleimhaut zuständig. Zahnschmerzen entstehen immer dann, wenn die Verästelungen des Nervus trigeminus Reizungen unterliegen.

Der Zahnnerv befindet sich im inneren des Zahns. Vom Zahnschmelz und Zahnmark geschützt, regiert der Zahnnerv beim gesunden Zahn nicht auf die Geschehnisse im Mundraum. Nur dann, wenn diese Schutzschichten durch Entzündung oder äußere Einwirkung zerstört sind, machen sich Zahnschmerzen bemerkbar.



16. Abhilfe bei Schmerzen zwischen den Zähnen beim reinigen?

Häufig wird durch eine mechanische Zerstörung des Zahnschmelzes durch eine zu harte Zahnbürste und die falsche Putztechnik ausgelöst. Offen liegende Dentalkanäle lösen das eigentliche Schmerzempfinden aus. Zur Schonung der Reizleiterkanäle sollte außerdem ein zu schneller Wechsel bei der Nahrungsaufnahme zwischen kalt und heiß vermieden werden. Die Anwendung der richtigen Putztechnik zur Vermeidung von Zahnscheiden und Schmerzen zwischen den Zähnen bring dauerhafte Linderung.



17. Sind die Zähne mit Trigeminusnerv verbunden?

Der Trigeminusnerv entspringt direkt als einer von 12 weiteren Nerven dem Gehirn. Der Trigeminusnerv tritt auf der Höhe der Schläfen aus dem Schädel aus und verzweigt sich von hier aus als Drillingsnerv in drei Äste. Fast das gesamte Gesicht wird durch diese Verästelung mit dem Trigeminusnerv verbunden und ziehn sich bis in die Kaumuskeln und Zähne. Durch die Verästelungen des Trigeminusnervs können wir Temperatur, Schmerz, Druck im Bereich des Gesichtes wahrnehmen.

Für den Zahnarzt ist es äußerst Schwierig bei nicht lokalisierten Schmerzen einzelner Zähne eine direkte Verbindung zum Trigeminusnerv zu vollziehen.



18. Sind Veneers bei Zahnerosion möglich?

Mit Teilkronen, auch Venners genannt sind Restaurationen der Zähne bei Zahnerosion und abgebrochener Zahnsubstanz zur Wiederherstellung der eigentlichen Funktionen möglich. Das Zahnlabor passt diese Veneers, kleine lichtdurchlässige Teilchen in der Oberflächenstruktur und der Farbe der vorhandenen Zahnsubstanz genau an. Besonders bei Rekonstruktionen im Frontzahnbereich sind diese Arbeiten so gut wie nicht zu erkennen. Im hinteren, nicht sichtbaren Zahnbereich können Veneers vom Zahnarzt aus Gold eingesetzt werden, da dieses Material längere Haltbarkeit aufweist.



19. Sollte man einen Karies befallenen Zahn überkronen?

Grundsätzlich müssen von Karies befallene Zähne vor einer Überkronung behandelt und vom Zahnarzt aufbreitet werden. Erfährt der Zahn durch Zerstörung von Karies der Zahnbruch eine größere Zerstörung seiner eigentlichen Kaufläche oder Krone, kann ein Halt des Zahns nur noch durch eine künstliche Teil- oder Vollkrone erfolgen. Hierzu verwendet der Zahnarzt die Aufbaufüllung aus Zement oder Komposit. Auf diese Elemente wird dann im 2. Arbeitsgang die eigentliche Krone befestigt.

Hierbei muss der Zahnarzt und Zahntechniker darauf achten, dass die künstliche Krone die Größe der natürlichen Krone in Ihrem Umfang nicht überschreitet. Vollkronen und Teilkronen bestehen aus Keramik oder Metall. Auch ist es möglich, Metallkronen mit einer Keramikmischung zu versehen, um so eine fast nicht sichtbare Verblendung speziell im Frontbereich zu erlangen.



20. Wann ist eine Vollprothese ratsam?

Sind die eigenen Zähne nicht mehr zu erhalten, oder ist der Zeitpunkt für eine umfangreiche Zahnsanierung in unmittelbarer Nähe, sollte über eine Teilprothese und/oder Vollprothese (auch Totalprothese) nachgedacht werden.

Die Vollprothese wird durch Saugnäpfe an der Schleimhaut gehalten. Hierzu muss die Vollprothese sehr gut vom Zahnarzt angepasst sein und auf der Unterseite der Prothese auf dem Kieferbogen passgenau sitzen. Gerade mit zunehmendem Alter ist die Erreichung des richtigen Sitzes der Vollprothese schwierig, wenn nicht unmöglich. Durch den Abbau des Kieferknochens und der Austrocknung der Mundschleimhaut muss dann auf Implantate zurück gegriffen werden, oder ein Aufbau des Kieferknochens durch eigenes Knochenmaterial erfolgen.



21. Wann kann sich eine Zahnbrücke lockern?

Wenn die Zahnbrücke vom Zahnarzt exakt nach den örtlichen Gegebenheiten im Mundraum des Patienten vermessen und vom Zahntechniker danach gefertigt wurde, treten bei einer Zahnbrücke kaum Probleme auf. Die Eingewöhnungsbeschwerden nach dem Einsetzen der Zahnbrücke sind von kurzer Dauer und erledigen sich meist von alleine. Natürlich ist die regelmäßige gründliche Reinigung und Pflege der Zahnbrücke und der verbliebenen Zähne sowie des gesamten Mundraums dringende Voraussetzung für einen dauerhaften Erfolg.

Es kommt auch vor, dass sich die Bissfestigkeit von den Pfeilerzähnen verändert, wenn Karies am Kronenrand, dem Übergang vom Brückenpfeiler zum natürlichen bildet. Außerdem können sich die Verblendungen der Prothese aus Kunststoff oder Keramik verfärben. In manchen Fällen können diese Verblendungen auch abplatzen.

Natürlich können sich auch Zahnbrücken lockern, weil der Zahnarzt, oder der Zahntechniker bei den erforderlichen Arbeiten geschlampt haben. Sollte ein Verdacht auf Pfusch vom Zahnarzt vorliegen, hilft hier ein Mängelgutachten. Hierbei wird festgestellt, ob Probleme mit der Zahnbrücke durch das falsche Gestalten der Kaufläche, die Verwendung zu weniger Pfeilerzähne, oder durch fehlerhafte Klebestellen und Verlötungen entstanden sind. Auch ist es möglich, dass vom Zahnarzt beim Einsetzen der Brücke eine Zahnfleischentzündung übersehen wurde. In all diesen Fällen muss der Zahnarzt kostenlos Ersatz leisten.



22. Wann müssen Zahnfüllungen erneuert werden?

Wann eine Erneuerung von Zahnfüllungen erfolgen muss hängt immer vom Einzelfall ab. So können vom Zahnarzt gut gemachte Zahnfüllungen 10 und mehr Jahre halten. Grundsätzlich sollten Füllungen, deren Oberfläche und Ränder in Ordnung sind, nicht erneuert werden.

Wenn Empfindlichkeiten an den Zähnen bei Belastungen, dem Kauvorgang, Schmerzen bei kalt – heißen Einflüssen, oder sich ein Ziehen bei sauren und süßen Speisen bemerkbar macht, sollte der Zahnarzt die Zahnfüllungen kontrollieren. Ein Grund zur Erneuerung der Zahnfüllung kann auch darin bestehen, dass sich nicht richtig behandelter Karies unter einer Zahnfüllung weiter ausbreitet.



23. Lässt sich ein Weisheitszahn mit einer Zahnspange regulieren?

Für die Regulierung einer Zahnfehlstellung durch den Einsatz einer Zahnspange ist es nie zu spät! Auch Weisheitszähne lassen sich mit einer Zahnspange in die richtige Position bringen.



24. Müssen bei Teleskopprothesen alle Zähne abgeschliffen werden?

Große Zahnlücken oder im seitlichen Bereich vollständig fehlende Zähne benötigen eine zahnärztliche Behandlung/ Versorgung mit Teleskopprothesen. Die eigentliche Teleskopprothese ist eine Konstruktion aus zwei ineinandergeschobenen Metallhülsen. Diese wird auch als Kaltschweiss Verbindung bezeichnet. Der Halt dieser Prothesen ist sehr gut, selbst wenn sich nur noch ein fester Zahn im Kiefer befindet. Hierbei werden nur die Zähne als Stützfeiler genutzt, welche für den nötigen Halt der Teleskopprothesen erforderlich sind. Die übrige Zahnsubstanz wird nicht angeschliffen und bleibt vollständig erhalten.



25. Wann kann sich eine Zahnbrücke lockern?

Wenn die Kauflächen der Brücke nicht korrekt gestaltet sind, können Fehlbisse entstehen. Somit werden dann die Zähne nicht mehr optimal aufeinander beißen. Ist eine Brücke vom Zahnarzt trotz parodentaler Erkrankungen wie Zahnfleischentzündungen eingesetzt worden, werden sich die betroffenen Stellen weiter entzünden und Pfeilerzähne durch die Brückenbelastung lockern. Wenn zu wenige Brückenpfeiler verwendet wurden, kommt es zu einer Überbelastung der Pfeilerzähne. So werden sich im Laufe der Zeit die Pfeilerzähne und damit die Brücke lockern. Außerdem ist es möglich, dass bei fehlerhafter Einpassung die Brückenglieder an den verlöteten- und/oder geklebten Stellen abbrechen und sich so lockern.



26. Was bewirkt eine lose Zahnspange?

Mit einer herausnehmbaren, losen Zahnspange kann nicht jede Fehlstellung der Zähne korrigiert werden. Durch die lose Zahnspange werden die unteren und oberen Zahnreihen zur Seite gebeugt. So werden die Zahnreihen erweitert und/oder verkürzt. Durch das herausnehmen der losen Zahnspange kann die Zahnpflege und die Zahnreinigung wie gewohnt erfolgen. Auch werden bei dem Einsatz einer losen Zahnspange die Zähne nicht überlastet.

Da die Gefahr besteht, dass die lose Zahnspange des Öfteren nicht nach Bedarf getragen wird, ist für die Verwendung der herausnehmbaren Zahnspange viel Disziplin und Mitarbeit des Trägers erforderlich.

Regelmäßiges Tragen von ca. 14-16 Stunden am Tag erfordert einen genauen Trageplan, da sonst die Wirkung und das erwartete Ergebnis nicht erreicht wird und die Fehlstellung der Zähne nicht behoben werden kann. Das Zahnbett wird nur unter kontinuierlichem Druck neu geformt und den Gegebenheiten angepasst.

Da die Kraft und der Druck der losen Zahnspange an den Kronen der Zähne ansetzt, sind bei Verwendung der herausnehmbaren Zahnspange nicht sämtliche gewünschten Zahnbewegungen machbar. Um das erforderliche Ergebnis zu erzielen, sollte vor der Entscheidung für eine lose oder festsitzende Zahnspange eine genaue Diagnose vom Zahnarzt und Kieferorthopäden erfolgen.



27. Was geschieht bei der Voruntersuchung der Kieferorthopädie?

Nach dem Studienabschluss der Zahnmedizin und einer einjährigen Tätigkeit als Zahnarzt ist für die Tätigkeit eines Kieferorthopäden die dreijährige Tätigkeit im Bereich Kieferorthopädie notwendig.

In der Zahnmedizin ist die Kieferorthopädie ein Teilgebiet. Die Hauptaufgaben des Kieferorthopäden bestehen in der Analyse von Zahnfehlstellungen und der Verformung des Kiefers. Hierbei liegt der Schwerpunkt in der Verhütung, Vorsorge und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Diese Arbeiten der Kieferregulierung durch den Kieferorthopäden schließen meist die zahnärztliche Behandlung mit ein.



28. Was kann ein Kieferchirurg im Gegensatz zum Zahnarzt?

Das medizinische Fachgebiet der Kieferchirurgie wird unterteilt in die Bereiche Gesichtschirurgie, Kiefer- und Mundchirurgie. Diese verschieden Fachgebiete dienen der Wiederherstellung des funktionellen Sprechens, Schlucken und Kauen. Die Prävention, Therapie und Diagnostik bezieht sich in der Kieferchirurgie auch auf eine Rehabilitation der Ästhetik bei Erkrankungen, Fehlbildungen, Verletzungen und Veränderungen der Form und umfasst den gesamten Gesichtsbereich. Zur Ausübung der Kieferchirurgie in Deutschland benötigt der Kieferorthopäde die Ausbildung in der Zahn- und Humanmedizin.



29. Welche Wechselwirkung gibt es bei Bandscheibe und Zahnspange?

Heute sind sich die meisten Mediziner darüber einig, dass schiefe Zähne zu Rückenschmerzen führen können. So bestehen grundsätzlich Verbindungen zwischen Fehlstellungen der Zähne und der Verwendung von Zahnspangen zur Linderung von Rücken- und Kopfschmerzen. Nicht nur die Wechselwirkung zwischen Wirbelsäule und Bandscheibe durch die Zahnfehlstellung ist ein akutes Thema in der Zahnchirurgie, sondern auch die Linderung dieser Beschwerden durch den Einsatz von Zahnspangen.

Durch den Einsatz von Zahnspangen versuchen Kieferorthopäden das Wachstum der Zähne zu regulieren, Wachstum anzuregen und/oder zu hemmen. In dieser Therapie werden fast ausschließlich herausnehmbare Zahnspangen verwendet. Damit der nötige Erfolg zur Entlastung der Bandscheibe durch eine Regulierung des Zahnapparates erreicht wird, sind in den meisten Fällen begleitende Therapien nötig. Krankengymnastik zur Verbesserung der allgemeinen Körperhaltung und der Atmung unterstützen die Motivation des Patienten. Diese ist unbedingte Voraussetzung zum Gelingen der Therapie zur besseren Wechselwirkung zwischen Zahnspange und Bandscheibe.



30. Wie lange dauert es bis die Kieferhöhle ausgeheilt ist, nach Entfernen des Zahnes?

Nach dem operativen Eingriff schließt sich die Wunde in der ersten Woche nach der Behandlung. Die Schwellungen an der Innenseite der Wange gehen zurück, die Einschränkungen beim Öffnen des Mundes verschwinden und die Schluckbeschwerden lassen nach. Nach 8-10 Tagen werden vom Zahnarzt die Fäden entfernt und unter normalen Umständen ist die Kieferhöhle 14 Tage nach Entfernen des Zahns wieder ausgeheilt.



31. Wie lange hält eine Zahnbrücke?

Grundsätzlich können Zahnbrücken so lange halten wie der Patient lebt. Allerdings wird diese Möglichkeit in den wenigsten Fällen auch erreicht. Viele Ursachen führen dazu, dass Zahnbrücken vorzeitig ihren Sitz verlieren, zu Lockerungen neigen und Teile abbrechen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Um die Langlebigkeit einer Zahnbrücke zu gewährleisten, ist die regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt ein unbedingtes Muss. Die erforderliche Mundhygiene unter Einsatz von Zahnseide Pflicht und 2 Mal Zähneputzen am Tag mit einer weichen Zahnbürste oberstes Gebot.



32. Wieviele Kieferorthopäden gibt es in Deutschland?

Es gibt ca. 3500 Kieferorthopäden in Deutschland. Hiervon sind fast 3000 im BDK organisiert. Kieferorthopädie ist eine fast nur in Deutschland mögliche Gebietsbezeichnung in der Zahnheilkunde. Die Anerkennung als Fachzahnarzt für Kieferorthopädie geht einer Weiterbildung vom Zahnarzt und eine absolvierte Prüfung voraus.



33. Wo verläuft der Zungennerv?

Auf der Innenseite des Unterkiefers verläuft der Zungennerv, der in ganz seltenen Fällen, meist von unerfahrenen Zahnärzten, beschädigt werden kann. Nicht nur bei der Weisheitszahnentfernung können Komplikationen im Unterkiefer auftreten. Hier sind sehr eng benachbarte Nervenstrukturen anzutreffen. Vor allem der Nervenkanal, in dem der Unterkiefernerv verläuft. Mitunter kann es vorkommen, dass der Weisheitszahn von diesem Nerv umwachsen ist.



34. Wann sollten Zähne überkront werden?

Die Zerstörung der Zahnkrone durch Karies ist einer der häufigsten Gründe für die Überkronung der Zähne. Auch kann ein Unfall hat die eigene Zahnsubstanz soweit zerstören, dass mit einer Zahnfüllung kein Erfolg erzielt werden kann. Weiterhin kann die Zerstörung von Milchzähnen eine Zahnkrone erfordern, oder im sichtbaren Bereich der Frontzähne besteht eine ästhetisch störende Fehlstellung der Zähne und diese Fehlstellung kann eine kieferorthopädische Regulierung nicht beheben. Wenn große Füllungen defekt sind und der Zahnarzt auf der bestehenden Eigenzahn Basis keine neuen Füllungen setzen kann. Auch wird vom Zahnarzt häufig eine Zahnkrone angeboten, wenn zur Verhinderung eines Bruches an der Zahnkrone der Zahn aus Stabilitätsgründen behandelt wird.

Die häufig angeborenen Zahnfehlstellungen und/oder Zahndefekte besitzen ein Ausmaß, welches mit Füllungen nicht mehr korrigiert werden kann.




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